30 Jahre „Gaugau“ zum Frühstück

30 Jahre „Gaugau“ zum Frühstück

Ich bin ein Kind der Kakao-Generation, auf niederösterreichisch „Gaugau“. Bis zu meinem 30. Lebensjahr war ich Fan von Gaugau als Frühstück, ob kalt oder warm, mit Schlagobers oder Zucker, Hauptsache super schokoladig. Kakao mit Milch. Sonst nix. Hätte ich um 7 Uhr morgens etwas festes zu mir nehmen sollen, wäre mir total übel geworden. Das glaubte ich zumindest. Also hab ich auch nichts gegessen.

Als Gaugau-Junkie hing ich am Automaten

Während meiner Schulzeit gab es in der Aula so eine schönen Milchautomaten, mit diesen herzigen Viertelliter Kakao-Packerln. Jede Pause war eines davon fällig. An Höchstleistungstagen kam ich auf fünf Packerl pro Tag. Ein Kakao-Junkie der speziellen Art schlummerte in mir. Selbst als ich studierte, war dies mein Lieblingsfrühstück – manchmal kombiniert mit einem gesunden Brioche-Kipferl. Erst während meiner Jobs im Management wurde ich zum Kaffeetrinken gezwungen, denn „Kaffeetrinken“ war eigentlich ein Codewort für „Setzen wir uns hin und reden wir drüber,“ Und in meinen Jobs gab es immer viel zu bereden, also viel Kaffee. Aber eines ließ ich mir nicht nehmen. Meinen heißgeliebten Gaugau am Morgen.

Heißhunger und Nachmittagstief sind normal, oder?

Diese Art den Tag zu beginnen war so selbstverständlich, dass ich keine Sekunde daran dachte, dass damit etwas nicht stimmen würde. Also, nur weil ich am Vormittag schon Heißhunger hatte, dann meistens ein fettes Plundergebäck oder einen Kuchen verschlang um bis zum Mittagessen durchzuhalten, erschien mir völlig normal. Meine Lieblingsmittagessen fiel deftig aus, was herzhaftes und die Kategorie gesund und fleischlos war der gebackene Fisch am Freitag mit Kartoffelsalat. Die Nachspeise durfte natürlich nicht fehlen, besonders beliebt waren Strudel mit Vanillesoße oder alles mit Schokolade. So kam es wie es kommen musste, mein tägliches Nachmittagsloch pünktlich um drei. Während meiner Lernphasen im Studium verbrachte ich viel Zeit auf der Bibliothek, da machte ich um drei Uhr nachmittags für 20 Minuten ein Nickerchen und legte einfach meinen Kopf auf den Schreibtisch. Ich war unter tausenden Studenten ja nicht die einzige. Da hatten mehrere das Mensa-Menü nicht gut verdaut. Um diese Tiefs durchzustehen wurde wiederum mit Kaffee und Zucker in Form von Schokoriegeln, Kuchen und Zuckerln in den Pausen gepuscht.

20 kg mehr. Das ist unfair!

Nach Jahren dieser Essenspraxis beginnend mit meinem Gaugau-Frühstück fragte ich mich an meinem 30. Geburtstag etwas verwundert, wo denn diese 20 kg mehr auf der Waage hergekommen sind, die sich seit meiner Matura an diversen Stellen angesammelt hatte. Zum Zeitpunkt meines Schulabschlusses hatte ich ein Gewicht von 52 kg und Kleidergröße 36. Zwölf Jahre später 20 kg mehr? Ich habe ja fast nix gegessen und das bissl Schokolade soll so dick machen? Das war mir schleierhaft. Zugegeben, meine sportlichen Aktivitäten hatten sich eingeschränkt, der Weg vom Auto ins Büro und zurück war kein Ausdauersport, statt den Stiegen den Aufzug zu nehmen und schnelles Fastfood und Fertiggerichte zwischendurch waren in Summe nicht die idealen Voraussetzungen. Aber 20 kg! Das war unfair. Ich war immer so sportlich als Kind und sehr energiegeladen. Meine Eltern wussten oft gar nicht, womit sie mich noch beschäftigen konnten damit ich endlich mal aufhöre herum zu rennen. Diese Energie war verschwunden. Am Morgen kam ich kaum aus dem Bett, wenn dann mit schweren Füßen. Am Vormittag hatte ich schon Heißhunger auf Süßes und Fettes. Am Nachmittag war ich müde, grantig und unkonzentriert. Und wenn ich es schließlich nach Hause schaffte war der erste Weg zur Couch. Von der ich es meist nicht mehr wegschaffte. Mein Gemütszustand und meine Launen kann man sich jetzt dazu passend sicher vorstellen. Von depressiv, zornig auf die Welt, lustlos und energielos bis hin zur kompletten sozialen Abschottung war alles dabei. Mein Lebensmantra lautete: Ich hasse mein Leben. Und genauso sah ich auch aus.

Ich hasse mein Leben! Sicher nicht.

Die Wende kam, als ich mich mit meinem Höchstgewicht von 72 kg auf einem Foto sah, das eine Freundin zu Silvester gemacht hatte. Das konnte nicht wahr sein. Schwabbelbauch, Hüftfett und ein ganz schön rundes Gesicht mit einem Energielevel von Null. Das bin ich? Sicher nicht. Irgendetwas ist hier falsch gelaufen. Tatsache war, so wollte ich nicht weitermachen. 72 kg und Kleidergröße 42. Ein Foto lügt nicht, die Kleidergröße auch nicht. Leider. Ich wollte etwas ändern. Aber ich wusste nicht wie. Alleine hatte ich keine Kraft. Und ich hatte absolut keine Idee, was ich falsch mache. Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich noch immer, dass alles was ich tue und esse völlig normal sei und nichts mit meinem Gesamtzustand, meiner Müdigkeit, meinen Launen und meinem Übergewicht zu tun hatte. Tja – falsch gedacht. Und wie!

Kampf dem Gaugau: Weight Watchers ahoi!

Am 2. Jänner schrieb ich mich in diesem Jahr bei den Weight Watchers ein. Ich staunte nicht schlecht, als ich eine Bestandsaufnahme von meinen Essensgewohnheiten machte und feststellen musste, dass ich mehr als doppelt so viele Kalorien täglich verdrückte, als mir gut taten. Vor allem genau von den falschen Sachen. Das schöne dabei war, in der Gruppe hatten alle dasselbe Problem und es gab diesen Gruppenzwang. Denn jede Woche wurde gewogen. Man wurde gemessen. Das war ein Ansporn. Realistisch gesehen, war ich dort eine durchschnittliche österreichische Frau mit durchschnittlichem Übergewicht. Es gab auch Teilnehmer, die mehr als die Hälfte ihres Gesamtgewichts verlieren wollten. Trotzdem. Für mich schien es zu diesem Zeitpunkt unmöglich mein Idealgewicht von 52 kg je wieder zu erreichen. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Aber ich war dort, um es zumindest zu versuchen. Mein vorsichtiges Weight Watcher Abnehm-Ziel lautete: 10 kg weniger, also 62 kg.

Der Weg war steinig, aber jeden Meter wert

Das war der erste Schritt in mein neues Leben. Ich begann ein großes Projekt dessen Ausmaß und Bedeutung mir an diesem Tag noch nicht bewusst waren. Ich startete etwas, an das ich nicht glauben konnte, weil ich es mir noch nicht vorstellen konnte. Würde ich diese unüberwindbare Hürde schaffen, dann wäre alles möglich. Der Weg den ich ab diesem Tag einschlug war zwar ein steiniger und doch jeden Meter wert. Die Entscheidung mir Unterstützung zu holen, meine Gewohnheiten zu ändern, meine Einstellung zu überdenken und die Richtung grundlegend zu wechseln hat wieder Energie, Lebensfreude und Erfolg in mein Leben gebracht.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Wie ich es geschafft habe, was ich geändert habe, wer mir dabei geholfen hat und wie ich selbst zu meinem Coach wurde, das möchte ich Euch zukünftig in meinen Beiträgen zum Thema Soulfood erzählen. Nach diesem ersten Tag bei den Weight Watchers habe ich mich ein Jahr ausschließlich um meine Ernährung, Fitness und mein Wohlbefinden gekümmert, um auf mein gewohntes Energielevel zu kommen. Heute weiß ich, dass ich jahrelang in meinem eigenen Gefängnis gelebt habe. Ich kenne den Unterschied wie es mir geht, wenn ich auf Ernährung, Sport und mein geistiges Wohlbefinden achte. Und der ist enorm. Das ist ein wichtiger Teil meiner Visionmaker Philosophie, denn nur als gesunder, fitter und glücklicher Mensch kann ich anderen ein Beispiel sein und zeigen, wie man es selbst machen kann. Das Wissen das ich mir in den letzten Jahren angeeignet habe und wodurch ich meine Lebensqualität von Null auf 100% steigern konnte möchte ich euch weitergeben. In Summe sind es so viele kleine Dinge, die am Schluss zum Erfolg führen. Doch jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Die „Gaugau“ Revolution

Meine persönliche Reise begann mit einer Revolution. Das erste das ich änderte, war meine liebste Gewohnheit. Mein tägliches Ritual. Etwas, an dem ich 30 Jahre festgehalten hatte und es niemals wagte zu hinterfragen. Das erste was ich änderte war eine Gewohnheit namens „Gaugau“ zum Frühstück.

Welche Erfolgsgewohnheiten ich neben dem warmen Frühstück jeden Tag lebe, das erfährst du in meinen Blogs und Videos!


Alle Liebe, Verena

 

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